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Montag, 6. Mai 2013

Der Urlaub.

Das war er, unser erster richtiger Urlaub mit zwei laufenden Kleinkindern. Obwohl - bis sie zwei sind, darf ich ja noch "Babys" sagen. Was ich gut finde. Ich will nicht, dass sie so schnell erwachsen und "Kinder" genannt werden. Also: meine Babys.
Der Ankunftstag war grauenvoll. Das lässt sich auch nicht beschönigen. Der dreieinhalbstündige Flug nach Zypern verlief halbwegs ordentlich, von den eigentlich sogar fast erwarteten, aber dennoch unplanmäßigen Last-Minute-Windelwechseln abgesehen. Angekommen im Club (den wir uns wegen der Babybetreuung auch unter 2 Jahren und der Empfehlung von Freunden ausgesucht hatten) fing es an zu regnen, wir stellten fest, dass uns die halbtägliche Betreuung noch einmal 300 Euro pro Kind extra kosten würde und dass das leihbare Babyfon über unser Handy laufen würde. Sprich: wenn man hören wollte, ob die Babys wach sind, musste man ans klingelnde Handy gehen. Lustige Idee bei einem Club mit Gästen, die vermutlich in der Mehrheit Handys von ausländischen Netzbetreibern besitzen. Der zyprische Netzbetreiber allerdings dürfte sich freuen, denke ich.
Somit beschlossen wir also, die Jungs erst einmal bei uns zu behalten und uns nur die das allabendliche Dinner zu zweit zu gönnen, indem wir mit ihnen um 18 Uhr zum "Kinderessen" gingen und sie danach mit und trotz teurem Babyfon ins Bett stecken wollten, um in Ruhe zu Abend zu essen. Das Kinderessen war leider grauenvoll deprimierend, es gab Pommes und Pasta mit Tomatensoße in einer dunklen Ecke, während vor der Türe riesige Essensmengen für das Abendbuffet aufgefahren wurden. Dennoch sind wir frohen Mutes mit unseren über und über vollgesauten Tomatensoßen-Kindern wieder aufs Zimmer marschiert und haben sie bettfertig gemacht. Während ich versuchte, sie zum Schlafen zu bringen, fluchte der Gatte fröhlich über das verd*** Babyfon, das nicht nur hübsche Telefonkosten verursachen würde, sondern auch noch - haha - laut wählte. Hintergrund war wohl, dass man so zu den Kindern sprechen und sie eventuell beruhigen konnte. Allerdings ist ein laut hörbares Freizeichen bei unseren Jungs definitiv ein Grund, endgültig und sofort aufzuwachen, um nach dem Telefon zu suchen.
Abgesehen davon hatte ich sowieso nie eine Chance, die beiden tatsächlich ins Bett zu kriegen. Einen solchen Terror hatten sie bisher nie veranstaltet und zu guter Letzt sind wir mit zwei wütenden, schreienden Kindern im Schlafsack restlos entnervt und viel zu spät zum Essen gegangen - um dort überall friedlich im Kinderwagen oder in den Armen ihrer Eltern schlafende Kinder zu sehen und neidvoll zu seufzen, während unsere brüllend ihre Schnuller durch die Gegend warfen. Yay. Erster Urlaubstag.
Um ehrlich zu sein, hat es sich danach aber sehr schnell gebessert. Wir haben jegliche Zweisamkeit verworfen und den Urlaub auf die Minis ausgerichtet und siehe da, es lief. Vormittags am Strand, mittags ein langes Nickerchen für uns alle, danach nochmal Strand oder Kinderpool, am frühen Abend der Sundowner für uns geplagte Eltern auf der Wiese, danach Baden und Dinner. Und jeden Abend zum Abschluss Kinderdisco - so konnten wir wenigstens ein bisschen an der Bar "abhängen". Vom Verlust der Gehirnzellen durch grauenvolle Kinderlieder und - texte berichte ich hier besser nicht. Mitsingen könnte ich allerdings immer noch. Aber wieso, um Gottes Willen, kommt man als Elternteil auch noch auf die Idee, dabei mitzutanzen?! Freiwillig?!

Dennoch: der Urlaub war wirklich schön, wir hatten eine Menge Spaß und haben die Zeit miteinander sehr genossen. Ob der nächste Urlaub wieder ein Cluburlaub wird, ist zwar fraglich, aber ich bereue zumindest nichts. In diesem Sinne hier also die Bilder, die, wie unschwer zu erkennen ist, hauptsächlich aus Bildern von den Minis bestehen. Tja, Cluburlaub eben.

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Mini mit Mission: den Strand erobern.


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Kind und Katze. Vorsichtiges Anlächeln, aber lieber doch nur mit ausreichendem Sicherheitsabstand.
DSC02778  Arbeitskopie 2


Kurzes E-Mail-Checken an der Bar.
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Unser kleiner Ausflug nach Nicosia und danach Limassol. Gar nicht so einfach, zwei Kindersitze zu besorgen. Aber eine Mietwagenfirma und ein sehr netter Taxifahrer haben uns ausgeholfen und uns passende Sitze geliehen.

Die Moschee unten, im türkischen Teil Zyperns, war ursprünglich eine Kirche, der einfach zwei Minarette ausgesetzt wurden. Ganz schön gewitzt.
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Nachdem wir den kulturellen Teil abgehakt hatten und die Kinder augenscheinlich auch keine Lust mehr hatten, noch weiterhin halbwegs brav zu sein, gab's Eis als Belohnung. Ich habe hinterher lange die Autositze geputzt.


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Ein letzter Sundowner und ein Abschiedsgruß.
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Es folgte ein interessanter Rückflug mit zwei Minis, die sich trotz Mittagsschlafentzug weigerten, auch nur ein Auge zuzutun, einem augenscheinlichen Kinderhasser in der Reihe vor uns, der uns schon beim Einsteigen angewidert musterte (und ich war dennoch höflich genug, zu verhindern, dass mein Mini ihm permanent den Klapptisch ins Kreuz schmetterte. Obwohl ich es eigentlich liebend gerne selbst getan hätte) und dann noch einem lustigen Abstecher nach Salzburg, dank Gewittern, Warteschleifen und nicht ausreichender Tankfüllung. Währenddessen einer der Jungs einer bekannten deutschen Schauspielerin die vermutlich sehr edlen und teuren Schokoladenpralinen weggefuttert hat, die sie ihm netterweise anbot (aber wahrscheinlich nicht mit seiner Maßlosigkeit diesbezüglich gerechnet hatte… "Mehr! Mehr! Mehr!") und was somit die Zeit im Flugzeug auf über 6 Stunden erhöhte. Aber: wir haben es aller Widrigkeiten zum Trotz überstanden und können uns jetzt somit auch längeren Flugdistanzen widmen, nachdem die Jungs die unfreiwillige Probe bestanden haben.

Kommentare:

  1. *huch* In diesem Club arbeitet meine beste Freundin gerade :D Ich muss sie mal fragen ob ihr unlängst zwei zuckersüße Zwillinge ins Auge gefallen sind :) Deine Bilder sind wieder großartig!!!

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    1. Ehrlich? Die Welt ist so klein... arbeitet sie zufällig in der Kinderbetreuung?

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    2. Grad hab ich mich hieran erinnert. Sie arbeitet nicht in der Kinderbetreuung, sondern als Tauch- und Wassersportlehrerin.

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  2. Carole5/08/2013

    :-) Ich musste bei der Beschreibung des ersten Tags auflachen: das hätten auch wir sein können. Vor allem der Teil mit den brüllenden Zwillingen im Restaurant während alle anderen Kinder schön brav schlummern...jaja, alles schon erlebt.
    Ich glaube traute Zweisamkeit im Familienurlaub ist die nächste Zeit erst mal kein Thema, aber mit den Minis machts ja auch mächtig Spaß! Auf jeden Fall: ganz toller Bericht (ich mag es sehr dass du immer erzählst wie es wirklich war und die anstrengenden Momente nicht auslässt! Beruhigt mich immer wieder zu hören dass es nicht nur bei uns manchmal drunter und drüber geht...) und super schöne Fotos!
    Liebe Grüße!

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